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"Kappedeschle ist ein Gemeinschaftswerk "
Südkurier, 06.02.2015

Die Narrenzeitung gibt es nur, weil sich viele Helfer einbringen. Ihnen wurde beim Andruckfest gedankt.

Peter Zabel erfand einen neuen Begriff: Beim Andruckfest in seiner Druckerei sprach er am Mittwochabend von der Eisberg-Fasnacht und würdigte damit die Leistung der Wasserträger innerhalb der Narrizella Ratoldi.
Sie tauchen für gewöhnlich an der Fasnacht nicht sonderlich in Erscheinung, doch ohne sie wäre der ganze Mummenschanz nicht denkbar. Der Unternehmer kann sich selbst zu diesem Unterstützerkreis zählen, ebenso wie seine Familie und die Mitarbeiter – nicht zuletzt deshalb, weil in dem Unternehmen seit eh' und je die Narrenzeitung der Zunft gedruckt und am Erscheinungstag im Betriebsgebäude eine Feier mit gut und gerne 100 Gästen ausgerichtet wird. Mit der jüngsten Ausgabe des Kappedeschles darf sich auch Victoria Graf zu den Helfershelfern zählen. Die Böhringer Künstlerin steuerte in diesem Jahr das Titelbild für das närrische Zentralorgan bei – und zwar ohne Honorar, wie der Ehrenpräsident und Macher des Blattes, Lothar Rapp, hervorhob. Umsonst freilich ist die Mitwirkung nicht: Victoria Graf steigt damit in den erlauchten Kreis von Künstlern auf, die sich mit der Gestaltung des Kappedeschle-Titelblattes verewigen durften – unter ihnen zum Beispiel Bruno Epple, dessen Lebenswerk derzeit unter anderem in einer Ausstellung in der Villa Bosch gewürdigt wird.
Das Bild in typisch Graf'schem Stil nimmt sich inhaltlich den ambitionierten Zielen der Stadt an: Seetorquerung, Seemaxx-Erweiterung, Aquaturm oder die Umstrukturierung der Mettnaukur, der kultur-, bildungs- und umweltpolitische Ehrgeiz der Stadt, dazu die Erwartungen bei der touristischen Entwicklung von Radolfzell – die Künstlerin lässt die Kopfgebilde in ein Wolkenkuckucksheim wachsen und versetzt sie mit Narrenkappen. Das Werk korrespondiert unter anderem mit der von Lothar Rapp bereits beim Narrenspiegel vorgetragenen Narrenschelte, die nachzulesen sich wie immer auch in diesem Jahr lohnt.
Und so wie man's von ihm gewohnt ist, brachte Lothar Rapp auch während des Andruckfests ein paar Wahrheiten unters Volk. Der Zeitungsmacher wies auf den Zweck des Kappedeschles als Geldquelle für die Organisation der Fasnacht hin und bedankte sich deshalb bei den Autoren, Aquisiteuren und den Inserenten. Ihre Arbeit und ihr Geld wertete er als Anerkennung für die Fasnachter – ohne sie würde das soziale Leben um einiges ärmlicher daherkommen. (Torsten Lucht)