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"Bilder, die im Wortsinn aus dem Rahmen fallen"
Ludwigsbuger Zeitung, 23.11.2005

Victoria Graf zeigt im Möglinger Rathaus Aquarelle und Linoldrucke mit einer Prise Humor

Fröhlich, bunt und mit einer Prise Humor gewürzt sind die Bilder von Victoria Graf. Eine Ausstellung mit Werken der 36-Jährigen wurde jetzt im Möglinger Rathaus eröffnet.
Der Ausstellungstitel "Zweigeteilt" kommt nicht von ungefähr. Victoria Graf zeigt nicht nur ihre Aquarell- Tusche- Bilder, sondern auch Linoldrucke. Mit dieser Technik beschäftigt sich die Radolfzellerin erst seit kurzem - gleichwohl erscheinen die Drucke gesetzter, ausdrucksstärker als die Aquarellzeichnungen, die eine Nähe zum Gegenständlichen, teilweise fast zum Naiven haben.
Den meisten Möglingern wird Victoria Graf nicht persönlich bekannt sein, möglicherweise haben sie aber schon ein Werk der 36- Jährigen in Händen gehalten. Graf gewann vor zwei Jahren den Wettbewerb "Eine Postkarte für Möglingen". Ihre Darstellung der Strohgäugemeinde - die Wahrzeichen des Ortes "hängen" mit Wäscheklammern befestigt an einer Rose - wird inzwischen in den örtlichen Läden vertrieben. Und erfreut sich großer Beliebtheit, wie Heike Bujnoch vom Kulturamt der Gemeinde berichtet. Das Rathaus mit einer kompletten Ausstellung zu bestücken, erscheint daher als konsequenter Schritt.
Erst seit 1998 widmet sich Victoria Graf ausschließlich der Kunst. Die Ausbildung zur Chemielaborantin "zeigte vielleicht schon ihren Hang zur Experimentierfreude", sagte Dr. Walter Kolepke in seiner Einführung. Ein Hang zum Experimentellen ist in den Aquarellzeichnungen durchaus zu entdecken. Da haben Wildgänse den Körper von Lokomotiven, hängt eine tropfende Zitrone sonnengleich am Himmel, wird eine Kaffeemühle von einem Windrädchen angetrieben.
Mit der Formulierung "Bilder, die aus dem Rahmen fallen", umschreibt Kolepke Grafs Merkmal, häufig das Passepartout in das Bild einzubeziehen. Ein Kunstgriff der Wirkung entfaltet. (Sabine Frick)